Wie obskur und trotzdem ästhetisch eine unter der Oberfläche wirkende Zerstörung sein kann, das versucht uns die britische Porzellankünstlerin Tamsin van Essen durch Ihr Projekt EROSION näher zu bringen und geht dabei einen wie ich finde, ungewöhnlichen aber morbid schönen Weg. Die Künstlerin ist für Ihre eigensinnigen und konzeptiellen Porzellanarbeiten in Verbindung zu Sozialhistorischen, medizinischen und wissenschaftlichen Themen bekannt.


Bei Erosion verwendet Sie Winkelporzellanformen, die auf den ersten Blick eine reine und perfekt glatte und makellose Oberfläche haben. Die mehrschichtigen Formen wurden sandgestrahlt und offenbaren dadurch ihre Unterschichten und inneren Strukturen als Kontrast zu der perfekten Oberfläche.


Die Künstlerin erläutert ihre Inspiration an der Arbeit dadurch, dass sie sich dabei “ […] auf die biologische Erosion […]“ konzentriert hat „[…] um die Idee von einem Wirt zu vermitteln, der angegriffen und durch einen parasitären Virus zerfressen wird […], hervorgehoben durch die kriechende Ausbreitung der Infektion und wie sie den Körper verdirbt. […] (Übersetzt: aus dem Englischen)“.




Wie ich finde, lassen sich diese Objekte wirklich schön ansehen und haben etwas obskur schönes, das eine Spannung zwischen der schönen Oberfläche und aggressiv erscheinenden Schichten darunter offenbart. Konzeptionelle Porzellankunst at its best.
Würde sich in einem durchgestylten Haus bestimmt wunderbar auf einem Podest oder einem Sideboard machen und nicht nur als Ausstellungsstücke. Schade, aber diese Stücke werden wohl nie in Produktion gehen sondern sind leider nur im Museum zu bewundern.

